Chronik

Kaufmännische Schulen in Laa
ein wesentliches Kapitel der Laaer Schulgeschichte.

Schon um 1880 beginnt man sich Gedanken über die Ausbildung auf dem gewerblichen Sektor und für die Landwirtschaft zu machen. Über Betreiben der Laaer Geschäftswelt wurde 1918 von einem Lehrer eine Handelsschule errichtet. Obwohl das Interesse groß war und viele Schüler die erste Klasse besuchten, konnte sich auf Grund der damals schwierigen Zeit diese Bildungseinrichtung nicht halten. So blieb der Wunsch nach einer Wirtschaftsschule wach und wurde von den Laaer Bürgern wiederholt angeregt, doch brachte man für das Anliegen kein Verständnis auf. 1934 veröffentlichte Dkfm. Otto Farny in der Lokalpresse einen Artikel, in dem er dringend die Errichtung einer Wirtschaftsschule urgierte. Es vergingen aber noch Jahre, bis schließlich einige Laaer Geschäftsleute den "Verein zur Förderung der Städtischen kaufmännischen Wirtschaftsschule" gründeten und damit den entscheidenden Anstoß zur Errichtung der Schule gaben. Der damalige prov. Leiter der Oberschule (Gymnasium), Anton Zippe, stellte Räumlichkeiten zur Verfügung, und so begann im September 1938 für 46 Burschen und 30 Mädchen in zwei Klassen die kaufmännische Ausbildung. Ab 1939 übersiedelte die Schule in das Rathaus der Stadt Laa, wo ihr Räumlichkeiten im zweiten Stock überlassen wurden.

Die Schule hatte auf Grund der Tüchtigkeit ihrer Absolventen bald einen ausgezeichneten Ruf. Aber der abnormal kalte Winter brachte manche bittere Schultage, da die Schüler und Schülerinnen oft bei strengster Kälte nach einem langen Schulweg dem Unterricht in nur ungenügend geheizten Räumen folgen mussten.

Als ab 1963 die Handelsschulen dreijährig wurden und die Teilungsziffer für Parallelklassen 36 Schüler betrug, bedeutete dies organisatorische Schwierigkeiten. Glücklicherweise stellte die Stadtgemeinde 1966 im damals neu erbauten Schüler- und Jugendheim in unmittelbarer Nähe des Gymnasiums einen Raum zur Verfügung. So übersiedelte noch im Dezember 1966 die gesamte Handelsschule in dieses neue Gebäude.

Gleichzeitig begann ein neuer Abschnitt der Laaer Schulgeschichte, denn der starke Trend zur höheren Berufsbildung führte zur Verwirklichung eines schon länger diskutierten Planes, nämlich in Laa eine Handelsakademie zu errichten. In einer großen Feierstunde wurde im Oktober 1967 sowohl das erneuerte Gebäude auf dem Marktplatz übergeben als auch die Handelsakademie - sie wurde die 8. höhere kaufmännische Schule in Niederösterreich und die erste im Weinviertel - offiziell eröffnet.

So begann unter noch immer schwierigen Raumverhältnissen der Aufbau der Handelsakademie. Außerdem war es in diesen Zeiten sehr schwierig, genügend Lehrer zu finden, denn es herrschte allgemein Mangel und die jungen Professoren bevorzugten offene Stellen in den Zentralräumen. Probleme schaffte auch die Bereitstellung der nun erhöht notwendigen Lehrmittel und Ausstattung mit Sonderunterrichtsräumen. Nach längeren Verhandlungen schloss die Stadtgemeinde einen Vertrag mit dem Fonds der Wiener Kaufmannschaft, die ab dem Schuljahr 1970/71 die bis dahin Städtische HAK und HAS übernahm.Die größte Belastung war im Herbst 1972 die Raumnot. Das Gebäude auf dem Marktplatz reichte bei weitem nicht mehr aus, denn in den beiden 1. Klassen saßen je 40 Schüler, ebenso viele besuchten den I. HAK-Jahrgang. Insgesamt wies die Schule mit 321 Schülern (davon 167 Mädchen) den höchsten je erreichten Stand auf.

Ab dem Schuljahr 1973/74 stellte die Stadtgemeinde in der durch einen Neubau frei gewordenen Hauptschule auf dem Burgplatz 6 Klassenräume, einen Maschinschreibraum und ein Lehrerzimmer zur Verfügung. Obwohl dadurch die ärgste Raumnot beseitigt werden konnte, waren die Arbeitsbedingungen für Lehrer und Schüler dennoch extrem schwierig, denn es war nun notwendig, ständig zwischen dem Gebäude auf dem Marktplatz und dem Burgplatz zu pendeln. Auch die Klassen mussten bei jedem Wetter diese Strecke mitten auf der Straße, da es keinen befestigten Gehsteig gab, oft mehrmals täglich zurücklegen.

Schon 1973 wurde vom damaligen Unterrichtsminister klargestellt, dass der Bund in Mistelbach eine Handelsakademie errichten werde, und die Zusage gegeben, dass in diesem Fall die Laaer Schule verbundlicht wird. So wurde mit 1. September 1976 die traditionsreiche Laaer kaufmännische Lehranstalt zur Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule.

Das Hauptproblem für unsere nun als Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule geführte Anstalt war die Frage der Unterbringung. Auch die Stadtgemeinde hatte die existentielle Wichtigkeit einer Lösung dieses Problems erkannt und alle notwendigen Schritte unternommen, um beim Bund einen Neubau zu erreichen. Schließlich führten die Bemühungen zum Erfolg. Nach verschiedenen Planungsgesprächen erfolgte am 5. Oktober 1984 in Bahnhofsnähe der Spatenstich zum Baubeginn der neuen Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule. Leider gab es beim Bau einige Verzögerungen, sodass sich die Fertigstellung bis 1989 hinzog.

So präsentiert sich nun nach mehr als 50jährigem Bestand die Schule in einem völlig neuen Rahmen. Raumverhältnisse und Ausstattung ermöglichen optimale Unterrichtsarbeit, und der Bedarf der Wirtschaft an Absolventen der berufsbildenden
kaufmännischen Schulen gibt die Gewissheit, dass unsere Schüler gute Erfolgschancen im Leben haben.

Wir sind stolz auf unsere Schule, die sich bisher in widrigen Umständen gut bewährt hat, und ich bin zuversichtlich, dass sie künftig eine ebenso wesentliche Bildungsstätte der Jugend unserer Grenzregion sein wird wie in den vergangenen Jahrzehnten.

HR Dr. Rudolf FÜRNKRANZ

Direktor i.R.

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